TSG Reutlingen

2020-01-18  TSG M1-HSG Rietheim-Weilheim-29Jakob Muz (34) mit einer herausragend Torhüterleistung

TSG mit Kantersieg

Durch eine vor allem in der zweiten Halbzeit überragende Abwehr- und Torhüterleistung konnte die M1 der TSG Reutlingen in der Partie gegen die HSG Rietheim-Weilheim einen überzeugenden 35:14 (13:10)-Heimsieg landen und somit den Anschluss an das obere Tabellendrittel halten. Überragender Akteur auf Seite der Achalmstädter war Torhüter Jakob Muz, der beim Stande von 7:10 (19.) zwischen die Reutlinger Pfosten kam und fortan sein Gehäuse förmlich vernagelte. „Ich bin eigentlich kein Freund davon, einzelne Spieler herauszuheben, aber was Muz heute abgeliefert hat, war der absolute Wahnsinn!“, sprach TSG-Trainer Marcus Grimm dem 20jährigen Eigengewächs ein Riesenlob aus. „Ich habe ihm schon mehrfach gesagt, dass er die Qualität für die Landesliga hat. Vielleicht hat er´s ja jetzt auch kapiert!“, schmunzelte der Reutlinger Kommandogeber über den eher verhaltenen Youngster, der erst vor wenigen Tagen aufgrund der Abwesenheit von Stammtorhüter Mersid Memisahovic (Heimat) aus dem Reserve-Team in den Kader der ersten Männermannschaft hochrückte. „Die Abwehr hat mich hervorragend unterstützt. Aber ich freue mich natürlich riesig, dass ich meinen Teil zum Sieg beitragen konnte!“, äußerte sich der Hauptprotagonist der letztlich einseitigen Begegnung bescheiden.
Reutlingen fand gegen die Gäste aus dem Faulenbachtal anfangs nur schwer in die Partie. Zwar gestaltete man den Beginn bis zum 3:3 (8.) noch ausgeglichen, doch im Angriffsspiel blieb vieles Stückwerk. Zudem gesellten sich im Abwehrverbund einige Abstimmungsfehler. So bauten die Gäste unter der Leitung des in der Region bestens bekannten, ehemaligen Bundesligaspielers Alexander Job, die bereits den Top-Teams Esslingen und Altensteig in fremder Halle ein Remis abgetrotzt hatten, über die Stationen 4:6 (11.) und 5:8 (15.) gehörig Druck auf. In der folgenden Auszeit forderte TSG-Kommandogeber Marcus Grimm von seinem Team deutlich mehr Tempo und Risikobereitschaft. Nach und nach übernahm Reutlingen – gestützt auf eine nun sattelfeste Defensive – die Spielkontrolle. Was dann noch auf das Tor der Achalmstädter kam, entschärfte Torhüter Jakob Muz, sodass durch einen lupenreinen 6:0-Lauf das Spiel bis zum Halbzeitpfiff gedreht wurde.
Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern dasselbe Bild und Reutlingen blieb konsequent am Drücker. Eine abermals perfekt organisierte Abwehr sorgte zum einen für unzählige Gegenstöße, die überwiegend durch die Außenspieler Lewin Schaudt und Max Ludescher in Tore umgemünzt wurden. Doch auch im Positionsangriff wurden strukturiert Torchancen herausgespielt, sodass beim 22:12 (45.) die Messe gelesen war. Im Gegensatz zu anderen Partien in der Hinrunde, wo man sich durch Nachlässigkeiten trotz hoher Führungen noch selbst in die Bredouille brachte, wollte der TSG-Express dieses Mal nicht vor der Endstation Gas rausnehmen und fertigte die im zweiten Durchgang letztlich hoffnungslos unterlegenen Gäste gnadenlos ab. „Ich habe bestimmt schon 1000 Handballspiele gesehen, aber ein 28:4-Lauf war noch nicht dabei!“, formulierte ein Zaungast auf der Tribüne treffend zum Abschluss.

Es spielten:

Reutlingen: Kneule, Muz – Schlegel (4), Leyh, Drosson, Bantle (1), Schaudt (6), Ludescher (5), Greve (2), Carle (3), Groß (3), K. Kussmann (3), Breunig (3), J. Kussmann (5/1)

Rietheim: Sauer, Stiefel – Haag (1), Martin, Schutzbach, Haffa (2), Mattes (1), Huber (4), Marquardt, Broschinski, Oeschger (4), Bauer (2), Horakh