TSG Reutlingen

2019-11-23 TSG M1-SG Ohs-Uhs-26Kai Kussmann (29) kurz vor dem Abschluss

TSG-Handballer verpassen Wiedergutmachung

Die Landesliga-Handballer der TSG Reutlingen haben im Derby gegen die SG Ober-/Unterhausen die angestrebte Wiedergutmachung durch eine 27:29 (12:18)-Heimniederlage knapp verpasst und fallen hierdurch auf den achten Tabellenplatz zurück. "Die Hypothek der ersten Halbzeit war wohl letztlich zu hoch.", so TSG-Trainer Marcus Grimm nach der spannenden Partie. "Sechs Minuten Tiefschlaf haben uns zwar in eine schlechte Ausgangsposition gebracht, doch mit mehr Konsequenz in der entscheidenden Phase hätten wir noch Zählbares mitnehmen können. Irgendwann ist das aber nicht mehr mit fehlendem Glück oder dem jungen Kader erklärbar!", war Grimm ziemlich angefressen, dass sich seine Mannschaft in schöner Regelmäßigkeit während eines Spiels ihre Auszeiten nimmt. 

Die Partie begann bis zum 6:6 (13.) ausgeglichen, doch nach und nach setzte sich der Zweitplatzierte bis zum 8:10 (20.) leicht ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte man im Reutlinger Lager bereits zwei Verletzte zu beklagen. Zwar konnte Levi Leyh nach erlittener Platzwunde und damit verbundener, längerer Behandlungspause wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Für Maximilian Ludescher, der bis dahin den starken Deniz Sarpkaya komplett im Griff hatte, war die Partie aufgrund einer Muskelverletzung nach der Anfangsviertelstunde bereits gelaufen. Zwar gelang den Hausherren durch Kai Kussmann beim 11:11 (24.) der Ausgleichstreffer, doch dann fielen die Achalmstädter bis zum Halbzeitpfiff - selbst eine TSG-Auszeit verpuffte wirkungslos - komplett auseinander.

Nach Wiederanpfiff zeigte Reutlingen ein völlig anderes Gesicht. Zwar gelang SG-Akteuer Pascal Werz schnell das 12:19 (31.), doch die Körpersprache der Gastgeber war für jeden spürbar eine völlig andere. Nun wurde bedingungslos verteidigt und auch im Angriff war deutlich sowohl mehr Struktur als auch Durchsetzungswillen vorhanden. Tor um Tor holte Reutlingen in der Folgezeit auf und ließ sich - angefeuert von einem lautstarken Publikum - von kleinen Nackenschlägen nicht vom Weg abbringen. Ein Doppelschlag von Danny Groß zum 22:23 (47.) stellte den Anschluss her und der Favorit wankte bedenklich, sodass es im Gleichschritt fortan in Richtung Zielgerade ging. "In dieser Phase hatten wir mehrfach die Möglichkeit auszugleichen oder gar in Führung zu gehen. Aber zum wiederholten Mal haben wir zu viele falsche Entscheidungen getroffen und Fehler produziert!", so Kapitän David Drosson.

So ließen sich die Gäste nicht zwei Mal bitten und legten bis zum 24:28 (53.) abermals vor. Beim 27:29 (56.) war die Tür immer noch nicht ganz zu, um wenigstens einen Punkt mitzunehmen - doch wieder war man nicht clever und konsequent genug, um die Gäste unter Druck zu setzen.

Nächsten Samstag müssen nun bei der "unangenehmen Auswärtsaufgabe" in Rottweil mit aller Macht zwei Punkte her, um nicht noch tiefer abzurutschen.

Es spielten:

TSG Reutlingen: Memisahovic, Kneule - Schlegel (5), Leyh (2), Drosson (1), Schwarz (1), Ludescher, Ofenheusle, Carle (1), Groß (6/2), K. Kussmann (7), J. Kussmann (3), Breunig (1), Benecke

SG Ober-/Unterhausen: Fischer, Maier - Hagmaier, Bordt (5), Werz (1), Symanzik (4), Oeding (3), Rall, Sarpkaya (2), Akil, Wild (10/4), Althaus (4), Theodosiadis