TSG Reutlingen

2019-10-19 TSG M1-HSG Baar-6Kai Kussmann (29) und Levi Leyh (4)

Tolle Moral rettet Punktgewinn

Aufgrund einer herausragenden Moral ergatterten die Landesligahandballer der TSG Reutlingen beim 29:29 (15:14)-Unentschieden gegen die HSG Baar trotz vieler Nackenschläge im Duell der Tabellennachbarn wenigstens einen Punkt. „Das war eine Abwehrschlacht vom Allerfeinsten. Hut ab, wie die Jungs über 60 Minuten dagegen gehalten und um jeden Zentimeter Hallenboden gekämpft hat!“, stellte TSG-Trainer Marcus Grimm seiner Mannschaft für die kämpferische Darbietung eine gute Note aus.

Die Partie stand unter ungünstigen Vorzeichen, denn das Reutlinger Torhüter-Duo Memisahovic (grippaler Infekt) und Kneule (Wadenprobleme) ging vorbelastet in die Begegnung gegen den starken Aufsteiger, welcher vor Wochenfrist dem Württembergliga-Absteiger TSV Altensteig das Nachsehen gab.

Dennoch starteten die Achalmstädter gut in die Partie, scheiterten jedoch häufig am guten Gästetorhüter. Beim Stand von 6:8 (16.) nahm Grimm die erste Auszeit - und die zeigte Wirkung. Angetrieben vom abermals bärenstarken Kai Kussmann pulverisierte Reutlingen innerhalb weniger Minuten den Rückstand und ging seinerseits mit 12:9 (21.) in Front. Kurz darauf folgte „ein weiterer Knackpunkt des Spiels“, denn eben genannter Kussmann verletzte sich nach einem Zweikampf an der Wurfhand und sollte erst kurz vor Spielende wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Fortan übernahmen die HSG Baar wieder die Spielkontrolle und war bis zum Pausenpfiff beim 15:14 wieder in Schlagdistanz.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch mit stets wechselnder Führung. Beim 22:22 (43.) folgte die nächste Hiobsbotschaft als Max Ludescher nach einem Gegenstoß zunächst benommen liegen blieb und ihm anschließend zwei Schneidezähne fehlten. Doch auch davon ließen sich die Gastgeber nicht aus der Bahn werfen und gingen nochmals 24:22 (45.) und 26:25 (51.) in Führung. Baar setzte nach, glich zum 26:26 (53.) aus, blieb bis weit in die Crunchtime - begünstigt durch zwei technische Fehler auf Reutlinger Seite und angetrieben von HSG-Regisseur Thomas Ulrich - am Drücker und zog auf 27:29 (58.) davon. Nochmals wurde das TSG-Kämpferherz ausgepackt und mit großem Willen sowie dem Glück des Tüchtigen stellten Danny Groß (59.) und Marcel Schwarz (60.) den Endstand her.

„Natürlich sind wir enttäuscht, denn wir wollten unbedingt gewinnen! Doch wenn man bedenkt, dass wir aufgrund der Umstände praktisch keine Torhüter-Leistung hatten und uns während des Spiels nochmals zwei wichtige Stützen wegbrachen, kann man unterm Strich mit dem Unentschieden leben - zumal es sich bei der HSG Baar definitiv um keine Laufkundschaft handelt!“, urteilte Grimm abschließend.