TSG Reutlingen

2019-10-12 VfL-Pfullingen-TSG M1-1Max Ludescher (17) Foto: Archiv)

TSG mit Derbysieg

Durch eine in der zweiten Halbzeit überragende Willensleistung konnte die M1 der TSG Reutlingen beim VfL Pfullingen einen hart umkämpften 32:34 (16:12)-Derbysieg landen und sich somit für die letzten beiden Niederlagen gegen Altensteig und Aixheim rehabilitieren. In der mit knapp 300 Zuschauern gut besetzten Kurt-App-Sporthalle entwickelte sich von Beginn an ein offener Schlagabtausch, in welchem die Gäste zunächst auf 1:2 (5.) vorlegen konnten. Doch fortan überbot sich Reutlingen förmlich im Auslassen von Torchancen und Produzieren von technischen Fehlern, so dass die Gäste zunehmend die Spielkontrolle übernahmen, ihrerseits es jedoch zunächst verpassten, sich klarer als bis zum 11:9 (23.) abzusetzen. Nachdem Abwehrchef Levi Leyh allerdings kurz darauf bereits seine zweite Zeitstrafe aufgebrummt bekam und man nach einer Umstellung der eigenen Abwehrformation – Pfullingens Regisseur Philipp Mager wurde für die restliche Spielzeit in Manndeckung genommen – zunächst einige Umstellungsprobleme hatte, zogen die Gastgeber bis zur Pause auf 16:12 davon.

Nach Wiederanpfiff bot sich den Zuschauern zunächst dasselbe Bild, da die Gästeabwehr in den Zweikämpfen jegliche Konsequenz vermissen ließ und folglich ein deutliches 19:14 (33.) von der Anzeigetafel leuchtete. Doch nach und nach sollte die taktische Maßnahme der genannten Manndeckung erste Früchte tragen. Die Folge waren immer häufiger Ballgewinne in der nun von Jonas Benecke organisierten Abwehr, so dass sich die erfolgreich abgeschlossenen Gegenstöße als „Hallo-Wach-Pille“ entpuppten. Drei TSG-Treffer innerhalb von 88 Sekunden sorgten schließlich dafür, dass sich die TSG beim 19:17 (36.) seit langem wieder in Schlagdistanz befand. „Diese Phase war aus meiner Sicht spielentscheidend. Ab diesem Zeitpunkt hat man endlich gespürt, dass wir wirklich wollen! Bis zum Schlusspfiff haben wir fortan bedingungslos dagegen gehalten und uns auch nicht mehr von kleinen Rückschlägen, die ein Spiel so mit sich bringt, abhalten lassen!“, war TSG-Trainer Marcus Grimm mit der Einstellung seiner Mannschaft im zweiten Durchgang hochzufrieden.

Da Pfullingen – vor der Saison hatte man ebenfalls die Verbandsliga-Qualifikation als Saisonziel ausgegeben – aufgrund des eigenen, eher durchwachsenen Saisonstarts die Punkte in heimischer Halle behalten musste, entwickelte sich in der Folgezeit ein Handball-Krimi. Das Team um VfL-Trainer Dietrich Bauer legte über die Stationen 21:17 (38.) und 24:21 (43.) nochmals vor, aber nach dem 24:22 durch Youngster Johannes Carle und einer kurz darauf folgenden Gästeauszeit kippte das Spiel zusehends zu Gunsten der TSG Reutlingen. Angetrieben von zahlreichen, eigenen Fans legte man zunächst durch Tore der bärenstarken Kussmann, dem insgesamt neun Mal erfolgreichen „Man of the Match“ Ludescher und Leyh einen weiteren 3:0-Lauf zum 24:25 (50.) hin. Zwar gelang Pfullingen immer wieder der zwischenzeitliche Ausgleich, doch zur Wende sollte es nicht mehr reichen. „Der Trainer hat unter der Woche viel davon gesprochen, dass nicht Perfektion ausschlaggebend ist sondern vielmehr Mut und der Wille, Widrigkeiten und Schmerzgrenzen zu überschreiten! In diesen Punkten haben wir heute absolut abgeliefert!“, war Neuzugang Thomas Breunig, der in der Crunchtime zusammen mit Benedict Greve im Angriff geschickt die Fäden zog, restlos begeistert.

Es spielten:

Pfullingen: Bantle, Stoll – Roth (4), Lehmann (4), Müller (1), Werner (3/3), Reiff (3),

Mager (6), Schulze, Kuhle (7), Hertwig (3/1), Lebherz (1), Klett

Reutlingen: Memisahovic, Kneule – Leyh (4), Schaudt, Schwarz (2/2), Ludescher (9), Ofenheusle (2), Greve (3), Carle (2), Groß, Kussmann (7), Breunig (5), Benecke

7m: VfL 6/4 (Memisahovic hält gegen Müller, Werner wirft über das Tor) – 3/2 (Groß verwirft gegen Bantle)

Zeitstrafen: VfL 8 – TSG 6

Zuschauer: 300

Schiedsrichter: Füller / Maass (SG Burlafingen/PSV Ulm)