TSG Reutlingen

2019-04-01 TV Grossengstingen-TSG M1-24Benedict Greve (24): Wieder der erfolgreichste Werfer an diesem Abend

TSG zieht Kopf aus der Schlinge

Die Landesligahandballer der TSG Reutlingen haben dank einer starken zweiten Halbzeit beim 29:24 (11:15)-Auswärtssieg beim TV Großengstingen den ersten, doppelten Punktgewinn des Jahres einfahren und den Kopf gerade noch so aus der Schlinge ziehen können. Doch bevor dieser Erfolg in trockenen Tüchern war, mussten die Achalmstädter im Derby beim Tabellenletzten Schwerstarbeit verrichten. "Das war 30 Minuten absoluter Angsthasen-Handball!", ging Reutlingens Trainer Marcus Grimm nach der Zitter-Partie mit seinen Schützlingen hart ins Gericht. "Der Druck des Gewinnenmüssens hat in der ersten Halbzeit jeden förmlich gelähmt.", so Grimm weiter.

 Die Partie begann zwar mit viel Tempo auf beiden Seiten, doch während den Gastgebern auf Einladung der TSG-Defensive nahezu alles gelang, überbot sich Reutlingens Angriff im Produzieren von Fehlern. So scheiterten Billy Bantle und Benedict Greve jeweils mit ihren Strafwürfen am stark haltenden TVG-Schlussmann Simon Trostel, sodass ein auch in dieser Höhe berechtigter 3:10-Rückstand (15.) die Quittung war. Erst nach und nach bekam Reutlingen sein Nervenkostüm in den Griff und agierte zunehmend konsequenter und zielstrebiger, sodass man nach einem 4:0-Lauf zwischen der 17. und 25 Spielminute auf 9:12 verkürzen konnte. Ein kleiner Durchhänger auf Seite der Gäste brachte die Hausherren wieder deutlicher in Front, doch beim 11:15-Pausenstand war man noch in Schlagdistanz.

 Nach dem Seitenwechsel legte Reutlingen zunächst eine Schippe drauf und die Gangart wurde rauher. Als Danny Groß bei seiner Wurfausführung von Kevin Hummel im Gesicht getroffen wurde, entschieden die Unparteiischen auf Rot (35.) und schickten den Großengstinger vorzeitig zum Duschen. "Auch wenn es keine Absicht war denke ich, dass die Disqualifikation berechtigt war!", urteilte Co-Trainer Thomas Schneider über diese Szene. Spätestens jetzt waren die Gäste im Spiel angekommen und stellten wenige Minuten später beim 16:17 (37.) den Anschlusstreffer her. Doch Großengstingen wehrte sich tapfer und zog über Gegenstoßtreffer wieder auf 21:17 (40.) davon. Dieses Mal vom neuerlichen Rückstand unbeeindruckt blieb Reutlingen auf dem Gaspedal und vernagelte durch eine endlich beherzt zugreifende Abwehr das eigene Gehäuse. Schnell war beim 21:21 (45.) der Gleichstand hergestellt. Über 22:25 (49.) und 23:27 (55.) ließ man in den Schlussminuten die Gastgeber nun überhaupt nicht mehr zur Entfaltung kommen, sodass der erhoffte und dringend benötigte Sieg in trockenen Tüchern war.

 Vor den letzten beiden Saisonspielen gegen TV Aixheim und bei der HSG Rietheim/Weilheim belegt die TSG Reutlingen weiterhin den neunten Tabellenplatz und hat nun vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang. Durch einen weiteren Sieg möchte man nächsten Samstag (06.04., 19.00 Uhr, Storlachhalle) den letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigen.

Es spielten:
TVG: Trostel, Rinker - S. Hummel (2), Leuze (2), K. Hummel (2/1), Reisch, Rudolph, J. Hummel (2), Kinzelmann (4), Balaj (3/1), M. Hummel (4), Schwarz (1), Grünewald, (Häcker (4/1)

TSG: Selakovic, Memisahovic - Leyh (4), Drosson, Bantle (2), Löchle (1), Ludescher (4), Hatic (1), Greve (7/4), Carle (3), Groß (5/2), Tendera, Mayer (2)

7m: TVG 4/3 (Häcker scheitert an Memisahovic) - TSG 8/6 (Bantle und Greve scheitern an Trostel)

Zeitstrafen: TVG 4 - TSG 5

Rote Karten: TVG K. Hummel (35./grobes Foulspiel), J. Hummel (59./Unsportlichkeit) - TSG L. Leyh (55./ 3. Zeitstrafe), B. Greve (59./Unsportlichkeit)

Zuschauer: 300

Schiedsrichter: Klindera / Kluge (TV Altensteig)