TSG Reutlingen

2019-03-25 TSG-M1-VfL Pfullingen 2-1Johannes Carle (25) und Billy Bantle (7): Die erfogreichsten Werfer an diesem Abend auf Seite der TSG

Tolle Moral der TSG Reutlingen

Eine tolle Moral bewiesen die Landesliga-Handballer der TSG Reutlingen beim 28:28 (15:18)-Unentschieden im Derby gegen den VfL Pfullingen.

Aufgrund der Ergebnisse der direkten Konkurrenten Weilstetten, Dettingen und Rietheim/Weilheim belegen die Achalmstädter zwar weiterhin den 9. Tabellenrang, gehen aber im Kampf um den Klassenerhalt lediglich mit zwei Punkten Vorsprung auf die Saisonzielgerade.

Im Duell gegen den Tabellendritten entwickelte sich von Beginn an eine rassige Partie, in welcher das Team von TSG-Trainer Marcus Grimm verletzungsbedingt kurzfristig auf den Einsatz von Maximilian Ludescher und Michael Buck verzichten musste. Die Gäste hatten sich einiges vorgenommen, denn noch immer wurmte sie das 23:23-Remis im Hinspiel. Erwartungsgemäß spielte Pfullingen viele Angriff über den Kreis – nur Zugriff fand die Reutlinger Defensive nahezu den kompletten ersten Durchgang diesbezüglich keinen. Gepaart mit einigen technischen Fehlern im Spielaufbau geriet Reutlingen über die Stationen 8:10 (19.) und 12:15 (26.) in der Folgezeit zunehmend ins Hintertreffen.

Nach dem Seitenwechsel diktierte die Drittliga-Reserve aus Pfullingen zunächst weiterhin das Geschehen und konnte beim 19:23 (45.) den Vorsprung gar auf vier Tore ausbauen. Nach einer TSG-Auszeit ging plötzlich ein Ruck durch das Team der Achalmstädter. Drei Tore des bärenstarken Simin Ofenheusle innerhalb von 119 Sekunden sowie Treffer von Danny Groß und Billy Bantle stellten die Uhren beim 24:24 (48.) wieder auf Null. „In dieser Phase haben wir unheimlich viel Moral bewiesen und kämpferisch voll dagegen gehalten!“, war der Reutlinger Kommandogeber mit der Einstellung seiner Schützlinge sehr zufrieden.

Die Schlussviertelstunde war nach den knappen Niederlagen gegen Rottweil (19:21) und Tabellenführer Albstadt (25:26) im dritten Heimspiel in Folge abermals ein wahrer Krimi und nichts für schwache Nerven. Nachdem VfL-Coach Dietrich Bauer sein Team aufgrund des eigenen 1:5-Laufes ebenfalls zum Gespräch gebeten hatte, legten die Gäste bis zum zwischenzeitlichen 26:26 (54.) stets um ein Tor vor. Nach einem Gegenstoßtreffer zum 27:26 (55.) durch Danny Groß gingen die Hausherren nach dem 3:2 (5.) erstmals in dieser Partie wieder in Führung. Nach einer erneuten Gästeauszeit stellte der quirlige Manuel Bauer wieder auf 27:27 (57.) – zudem wurde TSG-Kreisläufer Levi Leyh mit einer Zeitstrafe bedacht.

In der Crunchtime kochten nun endgültig die Emotionen hoch, denn kurz darauf wurde Hannes Werner auf Seite der Pfullinger durch die Unparteiischen ebenfalls auf die Strafbank geschickt. Was dann folgte, war an Dramatik nicht zu überbieten. Nachdem Simon Ofenheusle auf Außen freigespielt wurde, blieb dessen Wurf am Pfullinger Gehäuse zwischen Pfosten und Latte stecken. Doch obwohl Ofenheusle bei seiner Wurfausführung regelwidrig angegangen und in der Folge behandelt werden musste, entschied das Schiedsrichtergespann zum Entsetzen aller, die es an diesem Abend mit der TSG Reutlingen hielten, nicht auf Strafwurf. Nun witterte Pfullingen seine Chance zum Sieg und legte durch den nicht zu bremsenden „Spieler des Tages“ Matthias Reiff auf 27:28 (59.) vor. Nachdem Reutlingen im Gegenzug zum wiederholten Male an Gäste-Keeper Valentin Bantle scheiterte, drohte das Pendel endgültig auf die Seite der Gäste zu fallen. Doch mit viel Leidenschaft verteidigte Reutlingen den folgenden Pfullinger Angriff und erzielte durch Levi Leyh den viel umjubelten Treffer zur letztlich gerechten Punkteteilung.

„Duelle gegen Pfullingen sind für uns seit jeher etwas Besonderes. Der Punktgewinn tut der Mannschaft nach den vielen Niederlagen unheimlich gut und wird ihr für die kommenden Aufgaben viel Auftrieb geben!“, ist sich Grimm sicher, dass das junge Team viel Selbstvertrauen für die letzten drei Spiele getankt haben dürfte. „Gegen Großengstingen müssen wir unbedingt nachlegen. Denn sonst war dieser Punktgewinn absolut für die Katz´!“, gab schlussendlich Reutlingens Armin Hatic die Marschrichtung für die kommende Woche vor.

Es spielten:

TSG: Selakovic, Memisahovic – Groß (2), Ofenheusle (5), Hatic, Tendera, Greve (4), Ludescher, Löchle, Bantle (6/5), Drosson (1), Carle (6), Mayer, Leyh (4)

VfL Pfullingen: Bantle, Stoll – Greve (1), Reiff (7), Lehmann (3), Müller (4), Nothdurft 81), Behr, Werner (3), Mager (1), Roth (4), Schulze, Bauer (4)

7m: TSG 6/4 – VfL 3/2

Zeitstrafen: TSG 5 / VfL 4