TSG Reutlingen

2019-03-09-TSG M1-HSG Albstadt-33Trainer Marcus Grimm (rechts) und Spieler Max Ludescher

TSG schrammt an Sensation vorbei

Die Landesligahandballer der TSG Reutlingen zeigten im Heimspiel gegen den Aufstiegsaspiranten und neuen Tabellenführer HSG Albstadt ihre beste Leistung des Jahres und verpassten bei der äußerst unglücklichen 25:26 (10:13)-Heimniederlage eine Sensation. "Auch wenn wir am Ende des Tages nichts Zählbares mitnehmen: „Genau für solche Spiele leben wir!", war Reutlingens Kommandogeber Marcus Grimm mit dem Auftritt seiner Schützlinge hochzufrieden. "Eine Fehlersuche von Trainerseite wird dem leidenschaftlichen Kampf, den die Jungs heute abgeliefert haben, nicht gerecht. Viel wichtiger ist, dass sich in den Köpfen fest verankert, dass mit Mut, Glaube und Wille alles möglich ist!", so Grimm weiter.

Die Partie stand zum wiederholten Male unter schlechten Vorzeichen, da man krankheitsbedingt auf die Dienste von Billy Bantle, Armin Hatic und Tim Wiedwald verzichten musste. Dennoch fanden die Achalmstädter recht gut in die Partie, auch wenn die Gäste um die ehemaligen Drittligaakteure Lukas Mayer und Patrick Lebherz vor allem spielerisch die ersten Akzente setzten. So zog Albstadt abgeklärt und im Stile einer Spitzenmannschaft langsam aber stetig über die Stationen 3:5 (14.) und 8:11 (25.) bis zum 10:13-Halbzeitstand davon. "Wir hatten für das Spiel unser eigenes Drehbuch - nur haben wir dieses in der ersten Halbzeit nicht konsequent umgesetzt. Das wollten wir im zweiten Durchgang besser machen!", gab Kapitän David Drosson einen Einblick in die Ruhe vor dem Sturm, welcher in einem wahren Handballkrimi enden sollte.

Ein Doppelschlag der Gäste durch Simon Schurer und Lukas Mayer stellte die Anzeigentafel auf 10:15 (33.), bevor Reutlingen - angepeitscht durch ein restlos begeistertes Publikum - innerhalb weniger Zeigerumdrehungen durch Youngster Max Mayer den Anschlusstreffer zum 14:15 (37.) herstellte und Albstadt zu einer Auszeit zwang. In den Folgeminuten legte Albstadt stets ein Tor vor - Reutlingen hatte selbst in Unterzahl stets die passende Antwort parat. Der haushohe Favorit begann zu wanken, denn die TSG warf nun alles in die Waagschale und ließ sich selbst durch zahlreiche, strittige Schiedsrichterentscheidungen nicht von ihrem Weg abbringen. Als dann noch einem von Gästeseite monierter, angeblicher Reutlinger Wechselfehler durch die Unparteiischen stattgegeben wurde, im Gegenzug jedoch der bärenstarke Rok Selakovic mit einem Abwurf ins gegenerische Tor zum 20:20-Ausgleich (48.) traf, stand die Halle endgültig kopf.  

Der Schlussakkord, welcher nichts für schwache Nerven war, nahm seinen Lauf. Denn nun war es an Reutlingen, bis zum 24:24 (58.) stets mit einem Tor vorzulegen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sowohl Kapitän David Drosson als auch Levi Leyh nach ihrer jeweils dritten Zeitstrafe Feierabend. "Die Niederlage ausschließlich an den Schiedsrichtern festzumachen ist absolut nicht mein Stil. Eine Wahrheit ist aber, dass das Zeitstrafen- und Strafwurfverhältnis von 11:2 und 6:2 gegen uns vor allem bei Ersterem für mein Empfinden ungewöhnlich weit auseinandergeht. Wenn man unsere bisherigen Spiele anschaut, erkennt man, dass wir nicht gerade als Klopper-Truppe verschrien sind. Heute war aber nahezu jeden 50:50-Entscheidung gegen uns.", war TSG-Coach Grimm mit der Leistung des Schiedsrichtergespanns alles andere als zufrieden.

Das Finale ohne Happy End liest sich wie folgt:
58:56: Reutlingens Max Löchle kassiert eine berechtigte Hinausstellung.
59:17: Albstadt geht durch Patrick Lebherz mit 25:24 in Führung.
59:44: Benedict Greve erzielt in Unterzahl das 25:25.
59:46: Auszeit Albstadt; letzter Spielzug, Pass von Rückraumrechts Lukas Mayer auf Linksaußen Eike Sören Schmiederer, welcher nahe der Torauslinie TSG-Abwehrspieler Danny Groß anspringt.
59:58: Die Schiedsrichter entscheiden auf Strafwurf, welchen Patrick Lebherz zum 25:26-Entstand verwandelt.

Als sich die Gemüter nach einigen Minuten wieder beruhigt hatten, waren sich nach regem Austausch sowohl Gäste als auch Gastgeber einig, dass diese Begegnung keinen Verlierer verdient hatte. Auch die Eindeutigkeit des letzten Strafwurfes wurde von beiden Seiten bezweifelt. "Wir betreiben Ergebnissport. Von Lob können wir uns nichts kaufen.", so Co-Trainer Thomas Schneider.