TSG Reutlingen

2018-11-03 HSG Albstadt-TSG M1-25Johannes Carle: erfolgreichreichster Werfer der TSG-Reutlingen an diesem Abend

TSG Reutlingen entführt Punkt aus Albstadt

Durch ein unter dem Strich leistungsgerechtes 22:22 (14:15)-Unentschieden erkämpften sich die M1 der TSG Reutlingen bei ihrem Gastspiel bei der HSG Albstadt völlig verdient eine Punkteteilung und halten somit Anschluss an die Tabellenspitze. In der ersten Hälfte entwickelte sich von Beginn an ein packendes Spiel, in welchem die Achalmstädter der individuellen Qualität der Gastgeber eine hohe Laufbereitschaft und mannschaftliche Geschlossenheit entgegensetzten. Dennoch dominierte der bis dato noch ohne jeden Punktverlust auf Platz 1 notierte Württembergliga-Absteiger über weite Strecken des ersten Durchganges die Partie und setzte sich folgerichtig über 5:2 (7.) und 12:9 (20.) bereits frühzeitig mit drei Toren ab, sodass HSG-Coach Nenad Gojsovic seiner bis dahin überragenden Rückraum-Achse Lebherz/Mayer/Link abwechselnd eine Pause gönnte. "Die Herausnahme von Lukas Mayer führte meiner Meinung nach zu einem kleinen Bruch im Angriffsspiel der Albstädter. Dadurch konnten wir bis zur Pause den Anschluss herstellen.", analysierte Reutlingens Kommandogeber Marcus Grimm die erste Hälfte. 

In der Halbzeit schien Grimm den richtigen Ton getroffen zu haben, denn sein Team kam wie verwandelt aus der Kabine. Mit deutlich mehr Körpersprache, Tempo und Konsequenz wurde der Weg zum Tor gesucht und auch in der Defensive wurde eine Schippe drauf gepackt. "In der Pause habe ich den Jungs mit Nachdruck gesagt, dass sie das Potenzial haben in Albstadt zu gewinnen, mir aber bislang die letzte Überzeugung gefehlt hat!", so der Reutlinger Trainer weiter. Nachdem der abermals bärenstarke Johannes Carle unmittelbar nach Wiederanpfiff den Gleichstand zum 15:15 (32.) hergestellt hatte vernagelte die Reutlinger Defensive das eigene Gehäuse und setzte sich im Gegenzug auf 15:18 (37.) ab. Als TSG-Keeper Mersid Memisahovic dann auch noch einen Strafwurf von Patrick Lebherz parierte und Benedict Greve das 15:19 (43.) erzielte, war es in der gut gefüllten Mazmannhalle mucksmäuschenstill. "Wenn wir in dieser Phase noch ein oder zwei weitere Tore nachlegen, ist das Ding wahrscheinlich erledigt. Die Chancen hierfür waren definitiv vorhanden.", so TSG Kapitän David Drosson unmittelbar nach dem Schlusspfiff einer intensiven Partie.

Ein 3:0-Lauf der Gastgeber innerhalb weniger Zeigerumdrehungen folgte und der Anschluss zum 18:19 (46.) war wieder hergestellt. Über ein 20:20 (49.) ging die Partie schließlich auf die Zielgerade - und die war nichts für schwache Nerven. Ein Doppelschlag des an diesem Abend besten HSG-Akteurs Lukas Mayer brachte die Halle zum Kochen und seine Farben mit 22:20 (57.) in Front. Doch der insgesamt sechs Mal erfolgreiche Reutlinger Carle erzielte mit seinem sechsten Treffer postwendend den Anschlusstreffer. Nachdem der folgende HSG-Angriff mit viel Leidenschaft abgewehrt werden konnte, blieb den Achalmstädtern noch eine letzte Möglichkeit zum Torerfolg. Durch Hereinnahme eines siebten Feldspielers geriet die in der Schlussviertelstunde sattelfeste Defensive der Gastgeber in Unordnung, sodass Simon Ofenheusle auf der Außenposition freigespielt wurde, der sich die Chance zum viel umjubelten Ausgleichstreffer wenige Sekunden vor Feierabend nicht nehmen ließ. Im Abspann des Handball-Krimis bekam Albstadt zwar noch einen Freiwurf zugesprochen - dieser fand jedoch seinen Meister im vielarmigen Reutlinger Block.

"Die Zuschauer haben heute eine packende Partie und in Halbzeit zwei eine wahre Abwehrschlacht gesehen. Den Punktgewinn aus Albstadt wollen wir nächsten Samstag gegen Weilstetten vergolden!", so Co-Trainer Thomas Schneider abschließend.

Es spielten:

HSG Albstadt: Friedel, S. Maier - Hofele (1), Schlegel (2), L. Mayer (6/1), Schmiederer (2), D. Lebherz (1), Menger, M. Maier, Schurer, Link (3), P. Lebherz (5/1), Jerger (2), J. Mayer

TSG Reutlingen: Memisahovic - Selesi (3/2), Drosson (3), Bantle (3), Wiedwald, Löchle, Hatic (1), Ofenheusle (2), Greve (4), Carle (6), Groß

7m: HSG 3/2 (P.Lebherz scheitert an Memisahovic) - TSG 4/2 (Selesi und Greve scheitern an Maier)

Zeitstrafen: 3 / 3

Zuschauer: 300

Schiedsrichter: Schaible / Semen (Nagold/Herrenberg)