TSG Reutlingen

Foto Spielbericht kl

Reutlinger Höhenflug gestoppt

Durch eine 22:26 (9:11)-Auswärtsniederlage beim Württembergliga-Absteiger TV Neuhausen/E. wurde der Höhenflug der TSG Reutlingen nach zuletzt drei Siegen in Folge gestoppt. „Insgesamt geht der Sieg von Neuhausen in Ordnung. Dennoch wäre unsere Niederlage vermeidbar gewesen.“, so TSG-Trainer Marcus Grimm nach der aufwühlenden Partie. Das zweite Derby innerhalb einer Woche stand für die Achalmstädter allerdings bereits zu Beginn unter ungünstigen Vorzeichen, denn Abwehrstratege Armin Hatic musste aufgrund einer beim Sieg gegen die SG Ober-/Unterhausen erlittenen Bänderverletzung passen. Kapitän David Drosson nahm im Innenblock dessen Position ein und erfüllte diese mit einer guten Leistung.

Von Beginn legte Reutlingen einen couragierten Auftritt hin und ging folgerichtig nach Treffern von Benedict Greve und Billy Bantle mit 0:2 (3.) in Führung. Auch beim 2:3 (8.) war die Handballwelt aus Sicht der Gäste noch in Ordnung als sich TSG-Neuzugang Levi Leyh nach einem Zweikampf mit TVN-Regisseur Nadim Brockhaus den Ellbogen auskugelte und sofort mit dem Krankenwagen abtransportiert werden musste. „Dies war über das gesamte Spiel betrachtet vermutlich die spielentscheidende Szene.“, mutmaßt Grimm direkt nach der Partie, denn auch wenn die TSG-Abwehr insgesamt eine ordentliche Leistung ablieferte war Reutlingen seiner Grundstärke beraubt: einem schier unüberwindlichen Innenblock sowie der daraus resultierenden Ballgewinne, die über Gegenstöße in die sogenannten einfachen Tore umgewandelt werden.

Dennoch boten die Achalmstädter dem Gastgeber vor der imposanten Kulisse von 500 Zuschauern weiterhin Paroli und gingen mit 6:7 (23.) und 8:9 (28.) in Führung. „Leider haben wir in dieser Phase verpasst, die ersten Nadelstiche zu setzen!“, haderte Grimm mit der zu hohen Fehlerquote seines Teams. Neuhausen bedankte sich und erzielte die letzten drei Tore des ersten Durchgangs zur etwas glücklichen 11:9-Führung.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Johannes Rödel für die Ermstäler zunächst zum 15:12 (37.) ehe die TSG zur Aufholjagd blies, einen 4:0-Lauf startete und ihrerseits mit 15:16 (41.) in Führung ging. „Die Möglichkeiten waren definitiv da, um Neuhausen weiter unter Druck zu setzen!“, so TSG-Youngster Benedict Greve selbstkritisch. Zunächst fand in Überzahl ein riskantes Anspiel an den Kreis nicht seinen Abnehmer. Dann krachte nach einem weiteren Ballgewinn ein TSG-Wurf an den Pfosten. „Wenn wir eine Viertelstunde vor Schluss hier mit zwei oder drei Toren in Führung gehen wird´s richtig interessant. Und wir bekommen vielleicht die zweite Luft!“, so Co-Trainer Thomas Schneider. Die Gastgeber hatten fortan auf Grund ihrer zahlreichen Wechselmöglichkeiten mehr Körner, berappelten sich und erzielten mit dem 20:17 (50.) abermals einen 3-Tore-Vorsprung. Die Achalmstädter wollten sich jedoch einfach nicht geschlagen geben und verkürzten auf 21:19 (53.) und 22:20 (56.). Erst ein Doppelschlag durch die drittligaerfahrenen Christoph Klusch und Nadim Brockhaus zum 24:20 (59.) beendete jegliche Träume von einem Reutlinger Punktgewinn. Anschließend waren auch die Gastgeber voll des Lobes für den an diesem Abend Unterlegenen. „Hut ab vor der Reutlinger Leistung. Mit einer derart dezimierten Mannschaft einen solchen Fight abzuliefern hat höchsten Respekt verdient!“, urteilte etwa TVN-Routinier Stefan Bodechtel. „Reutlingen hat insgesamt den besseren Handball gespielt.“, befand gar Handballikone Kurt Reusch, welcher unter den Zuschauern weilte. „Hätten Reutlingen konsequenter in Richtung Tor gespielt wäre Neuhausen in arge Bedrängnis gekommen.“

Unter der Woche heißt es für die TSG Reutlingen nun Wundenlecken. Bleibt zu hoffen, dass sich das Lazarett bald wieder lichtet.

 

Es spielten:

 

Lutter, Spitz – Pohr (7), Reusch, Klusch (6/1), Brockhaus (6), Jungel (1/1), Rödel (4), Setzer, Euchner, Buck, Fesser, Bodechtel (2)

Selakovic (1), Memisahovic – Selesi (3), Leyh, Drosson (2), Bantle (8/3), Wiedwald, Löchle, Buck (1), Ofenheusle (3), Greve (4), Groß

 Zeitstrafen: Neuhausen 6 / Reutlingen 2

 Zuschauer: 500

 Schiedsrichter: Riede / Rizzo (JSG Balingen-Weilstetten)